One Fine Day

=One Fine Day
Scheitern ist keine Option
Diese Band hat noch Ziele: One Fine Day geben ihrer Zukunft ein Zuhause und
setzen dabei alles auf eine Karte.
Neulich gelang es namhaften Wissenschaftlern, das Phänomen der sich
anziehenden Gegensätze zu belegen. Wie? Sie verglichen die wesentlichen
Charaktermerkmale der One Fine Day-Mitglieder mit den Songs auf deren
brandneuen Album und stellten fest: Selten hat der gemeinsamer Nenner von so
unterschiedlichen Typen so dermaßen harmonisch geklungen. Dass das Ding
parallel noch jede Tanzlampe anklickt, sollte man der Vollständigkeit halber
vielleicht erwähnen.
Nach vier gemeinsamen Jahren und hunderten Live-Shows in Deutschland, Europa,
Japan und den USA haben One Fine Day aus Hamburg ihre bandinterne Chemie und
ihren Sound gefunden. All die Tage im Tourbus und die Nächte auf den Böden
irgendwelcher Jugendzentren, bei Fans oder deren Freundinnen haben die fünf von
One Fine Day sehr genau auf dem Schirm, wie sie miteinander umgehen und wann
sie einander lieber mal in Ruhe lassen. Wenn Marten, Roman, Hendrik, Marco und
Erik an die Arbeit gehen, dann bleiben Befindlichkeiten und Egotrips draußen, denn
dafür ist das hier zu wichtig. Schließlich geht es für die Jungs um nicht mehr als das
Erfüllung des eigenen Lebenstraums.
One Fine Day haben sich seit 2004 in ihrer aktuellen Besetzung zu einer festen
Größe im hiesigen Pop-Punk-Zirkus etabliert. Mit dem Debütalbum “Faster Than
The World” (2004) und dem jüngsten Album “Damn Right“ (2006) haben sie die
Basis für ihr neues, selbstbewusst-selbstbetiteltes Album „One Fine Day“
geschaffen. Aufgenommen über einen Zeitraum von gut einem Jahr entstanden die
neuen Songs in mehreren konzentrierten Songwriting-Sessions zwischen dem
bandeigenen Studio in Hamburg und unbeheizten Villen in Westfalen. In diesen
unzähligen, euphorie- und diskussionsfreudigen Stunden schmolzen One Fine Day
ihren Berg an Ideen auf die Essenz zusammen, warfen unnötigen Ballast über Bord
und ersetzten den entstandenen Freiraum mit dem Mut zum Experiment. Grenzen?
Fehlanzeige. Nachdem das Songwriting zwar “ohne Blutvergießen“ aber mit so
manchem Abstechern „von A nach C zu D und zurück nach B“ erfolgreich über die
Bühne geprügelt werden konnte, folgte der filigrane Feinschliff. Mit Vorliebe am
Kamin.
Wie in einer kreativen Endlosschleife schmierten One Fine Day ihren ohnehin
ziemlich kickenden Mix aus Rock, Pop und Punk mit Ausflügen in bisher
unbeackertes Territorium. So verabschiedete sich Band-Musikus Roman in ruhigen
Minuten mal ans Piano oder veredelte die im Rohbau befindlichen Songs mit ein
paar Streichern, während sich Frontmann Marten geistig durch einstige
Beziehungen und diverse Zeitgeist-Themen zappte, um den Stücken auch inhaltlich
die nötige Seele einzuhauchen. Das in Kürze vorliegende Ergebnis verblüfft nicht
nur den Hörer, sondern vor allem die Band selbst. Sie hätten sich wahrscheinlich
selbst am wenigsten zugetraut, einmal ein so varianten- und trickreiches Album
abzuliefern, das mit Tempi genauso elegant umgeht wie mit sphärischem Bombast,
grooviger Theatralik oder gradlinigem Punkrock. Manege frei für großes Kopfkino,
das auch international zünden dürfte.
Mit „One Fine Day“ und dem damit vollzogenen Wechsel zum Label ‘ferryhouse
productions‘ haben die fünf Freunde erfolgreich das nächste Level auf dem Weg
zum internationalen Durchbruch genommen. Eingebettet in ein professionelles und
ehrliches Feedback funkendes Umfeld aus Label und Management stehen für One
Fine Day sämtliche Signale auf Grün. Wenn jetzt noch was schiefgehen sollte, dann
können One Fine Day weiterhin erhobenen Hauptes verkünden: „Wir haben alles
gegeben.“ Daran besteht nun wirklich kein Zweifel.
Das Album – Track by Track
„Eat Your Lies“: Ein mit klassischer Instrumentierung eingeläuteter Uptempo-
Song, irgendwo zwischen My Chemical Romance-Pathos und Queen-Bombast -
Mosh-Part inklusive. „Eat Your Lies“ thematisiert „das Breitlatschen belangloser
Themen“ und die stete Jagd nach der nächsten reißerischen Schlagzeile aus reiner
Profitgier.
„Jimmy’s Day“: Sie gehen jeden Tag eher nicht so gern zur Arbeit? Dann nehmen
Sie sich ein Beispiel an Ol’ Jimmy, schnappen sich einen Lebensabschnittspartner
ihrer Wahl und dann ab durch die Mitte – so ein Leben ist kürzer als sie glauben...
Das Ganze am besten im Cabrio mit dem Radio auf Anschlag.
„Miracle“: One Fine Day-Bassist Marco schätzt an diesem Stück den Reggae-
Einschlag und den unwiderstehlichen, zum Tanzen einladenden Groove. Ein Pro-
Individualismus-Song für Traumtänzer oder solche, die sich bei der Verwirklichung
der eigenen Ziele auch gerne mal dem Spott der anderen aussetzen.
„Emily“: Die obligatorische aber in diesem Fall wirklich ans Herz gehende Ballade -
Piano-Intro und mit Akustik-Gitarre unterlegte Singalongs inklusive. Ein Hommage
an die Frau, die ihren Typen durch dick und weniger dick begleitet, selbst wenn er
Musiker und „100 Tage auf Tour“ ist – und trotzdem kein Geld mit nach Hause
bringt. Danke dafür, Ladies.
„The Shadow“: Für One Fine Day-Verhältnisse ungewöhnliches Stück aus Swing
und Funk, das auch prima in ein Musical passen würde. Thematisch dreht sich mal
wieder alles um die Frauen, oder wenigstens deren Schatten...
„Wake Up“: Ein zwischen den Zeilen geparkter Arschtritt für alle Eigenbrötler und
Leute, die lieber Lass-mal-drüber-reden-Musik in der heimischen Stube anwerfen
als mal wieder anständig durchzudrehen. Für letzteres ist diese Hymne übrigens der
ideale Soundtrack.
„Sunset Drive“ (feat. Anne Kalstrup): Unsere globetrottenden Freunde von One
Fine Day waren natürlich auch schon mal in Texas. Bei der nächtlichen Fahrt von
Houston nach Austin hat den Herren die texanische Landluft so dermaßen das Hirn
durchgepustet hat, dass sie zu diesem Song bereits das Video im Kopf hatten: Vier
in ein Cabrio gepferchte Zombies, denen im Takt der Musik die Hautfetzen aus dem
Gesicht fallen. Musikalisch der ungewöhnlichste Track der Platte: „Funky Cold
Medina“ meets „Thriller“, gejagt von Bonnie & Clyde.
„Modern Messiah“: Ist das schon Black Music oder haben One Fine Day zu viel
von Babyface produzierte Fall Out Boy durchgezogen? Fakt ist, dass man zum
Refrain eine astreine Wall Of Death anstiften kann.
“Not Enough”: Ein Stück, das jedem Tarantino-Soundtrack ganz formidabel
stehen würde. Lässig, lasziv und trotzdem catchy. Bengalische Feuer dürfen bei den
Konzerten übrigens gerne gezündet werden.
„Memories“: Auf ihrer jüngsten Tour durch Japan wünschten sich die Jungs von
One Fine Day, all die Eindrücke und Erlebnisse fotografisch und damit für immer in
ihr Gehirn einbrennen zu können – „so wie ein Computer“. Eine Ode an die Macht
der Erinnerung und ein Appell, jeden Moment wert zu schätzen. Das dürfte bei
diesem rhythmischem Dampfhammer eigentlich kein Problem sein.
„Showdown“: Die definitiv schnellste Nummer auf dem neuen Album. Ein Aufruf,
sich weder alles bieten zu lassen, noch stumpf jeden Befehl abzunicken.
Aufgerüttelt vom Phänomen des „Outsourcing“ und breitflächiger Ausbeutung
seitens der Konzerne verfassten One Fine Day diesen Gift und Galle verspritzenden
Punk-Smasher.
„Notoriuos”: Wer hat hier “Muse” gesagt? Gar keine so verkehrte Idee, diese
druckvolle Ballade aus Liebe oder Liebe(r) doch nicht mit den englischen Königen
des Pathos-Rock zu vergleichen. Die perfekte letzte Nummer mit Orchester,
Streicherensembles und harmonisch integrierten Gitarren-Soli. Kommt gut nach
Hause!
 
Impressum